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Neusser Edelknaben-Korps von 1835
Neusser Edelknaben-Korps  von 1835 Historie des Neusser Schützenfestes “Uniformen und Schützentracht im Neusser Schützenwesen” von Joseph Lange (genehmigter Auszug, entnommen der Festschrift "Neusser Bürger Schützenfest” 27. bis. 31. August 1999) Ganz ihrer Würde bewusst, schreiten im Festzug und bei der Parade dem Schützenkönig sogenannte Edelknaben voran, eine stattliche Gruppe von Jungen, die es sich zur Ehre anrechnen und echte Freude daran haben, an bevorzugter Stelle in Erscheinung treten zu dürfen. Von den Alten liebevoll bevatert und bemuttert, von den Schützen und Zuschauern wohlwollend betrachtet, bemühen sie sich, jungenhaften Stolz und ordentliche Haltung an den Tag zu legen, wenn auch bei den größeren Jungen manchmal die Beine schon zu lang, und bei den kleinen die Beine noch zu kurz geraten sind. Früher handelte es sich bei den Edelknaben um einen lockeren Zusammenschluss von Knaben, die sich alljährlich vor dem Schützenfest bei einem Betreuer melden konnten und dann wieder, wie man so sagt, auseinander liefen. Seit rund 40 Jahren hat sich eine straffere Organisation durchgesetzt, die dem Korps sehr wohl bekommen ist. Die Jungen bleiben zusammen, die Eltern - auch die der regelmäßig nachwachsenden Generation - bilden sozusagen eine Betreuergruppe und die das Ganze führenden jungen Männer bemühen sich um die dienstlichen und natürlich jungenhaften Belange in angemessener und notwendiger Weise. Ausgangspunkt des kleinen Korps waren die Kinderbelustigungen und sogenannten Knabenspiele, wie sie uns schon auf den ältesten Schützenfestplakaten im Bilde begegnen. Die Knaben schossen sogar schon auf einen Vogel. 1835 entstand der erste festere Zusammenhalt. Das Komitee kaufte Stoffe für ein einheitliches Wams, bestellte 80 Schärpen und Holzsäbel und drei Fahnen auf einmal. Der Preis für den Knabenvogelkönig bestand aus einem Weckmann, der eigens in der Körpergröße des kleinen Königs gebacken wurde, der wohlschmeckende Brauch wurde 1985, beim 150jährigen Bestehen, wieder aufgenommen. Sie haben allen Zeitenwandel überlebt, unsere Edelknaben, ihre schlichten Knabentracht, schwarz mit silbernen Tressen, weiße Strümpfe - die einzigen im ganzen Regiment - schwarze Schuhe, ist geblieben. Nur den Holzsäbel haben sie gegen ein wertvolleres Exemplar ausgetauscht. Unter der schicken Mütze mit der Plümm werden natürlich auch schon mal andere Gedanken ausgeheckt als nur dienstlich-schützenfestliche. Aber wer König wird, der trägt die Kette mit nicht geringerer Würde als der große Kollege. Und wenn, das ist nicht zum Lachen, einer mal nicht König wird, dann kann man knabenhafte Zornesausbrüche erleben. Und wenn es einer wird und auf dem Podium hochgereicht wird, dann wischen Muttis verstohlen die Tränen ab und Vatis schnäuzen sich gerührt ins Sacktuch. Auch das ist ein Stück Neusser Leben.....
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