Meine Teunis-Mitgliedschaft
©  by Hildegard & Friedhelm Bombel ab 01.01.2001 / 2014  - Alle Rechte vorbehalten -
Mein Königsschuss Die Mitgiederwerbung der anderen Art !! Bis zum Jahre 1977 war ich ein ganz normaler Mensch wie Millionen männlicher Deutscher auch. Doch dann übernahm die Stadt Neuss die Patenschaft über 5 Landungsboote der Bundesmarine. Welche Erinnerungen wurden da vom Unterbewusstsein nach oben katapultiert; hatte ich doch einen reichlichen Teil meiner Jugend auf solch einer Sardinenbüchse in der Uniform des Kieler Trachtenvereins (Bundesmarine) verbracht. Da die arme Stadt Neuss händeringend nach Übernachtungsmöglichkeiten für eine Abordnung dieser Pateneinheit suchte, wurde flugs in der Arbeitsecke eine Heimstatt mit 2 Betten eingerichtet und diese der Stadt angeboten. Meinem Wunsch, Besatzungsmitglieder der BARBE (meinem Landungsboot) zu bekommen, wurde entsprochen. So zog dann Oberbootsmann Matzel (auch Erich genannt) mit einem Kollegen bei uns ein. Da ein Schützenfest (mir bis dahin nur vom Hörensagen bekannt) mit grösserem körperlichen Aufwand verbunden ist, wurde eine Fahrbereitschaft für die Mariner eingerichtet. Der damalige Pressesprecher der Stadt Neuss, Klaus Karl Kaster (genannt KKK) hatte die Mariner unter seine Fittiche genommen und seinen Grenadierzug DE TEUNISSE mit in diese Patenschaft eingebunden. So kam es zu ersten Berührungen mit dem für mich damals noch Schützen(un)wesen, denn schließlich wurde immer bei Schützenfest die Innenstadt gesperrt, so daß Umwege gefahren werden mussten. Die Mitglieder dieses Schützenzuges machten einen sympathischen Eindruck und so wurde dann schon mal das eine oder andere Bier miteinander getrunken. Im Laufe der nächsten Jahre wurde der Kontakt zu den Teunissen dann im Rahmen der Marine-Fahrbereitschaft intensiviert und das eine oder andere Bier artete dann schon mal in eine grössere Sauferei aus. Im Frühjahr des Jahres 1979 schockte mich ein Anruf des Oberleutnants der Teunisse. Man suche neue Mitglieder und ob ich nicht Lust hätte, mir den Haufen (gemeint waren die TEUNISSE mit ihrem Anhang) doch einmal näher anzuschauen. Mit einer Einladung nach Norf zum Königsschießen am Wochenende vor dem Schützenfest wurde das Gespräch beendet (Kommentar von mir: Wie kann man nur so durch die Stadt irren!). An einem schönen Wochenende im August 1979 - da war es für mich noch schön - rückte ich also mit der Frau Gemahlsgattin in Norf zum ersten Beschnuppern an. Hier war ein recht lustiges Völkchen versammelt. Lauter hübsche Frauen sowie die dazugehörenden Männer und - damals noch reichlich - kleine und grössere Kinder. Als erstes wurde ich dahingehend aufgeklärt, daß die Männer das Wichtigste wären, da sie ja den Schützenzug darstellen würden. Nachdem einer der Teunisse eine Ansprache in bayrischer Sprache gehalten hatte, zog es die Herren zum Schießstand. Man mühte sich redlich, einen bunten Vogel aus Balsaholz zum Abfliegen zu bewegen. Nach einigen vergeblichen Runden kam von Klaus Karl der - wie ich im nachhinein feststellen musste - hinterlistige Vorschlag: "Schieß doch einfach mal mit; es wird schon nichts passieren." Zur damaligen Zeit war mir noch nichts über Klaus Karl`s gute Beziehungen zu den Herren der Winde bekannt. Meine hochverehrte Frau Gemahlsgattin kreischte auf: "Mach bloß keinen Blödsinn und schieß auf den Vogel und den womöglich noch ab." Manchmal haben Frauen eben doch den 6-ten Sinn. Um nicht als Spielverderber dazustehen, schoß ich also, die Mahnung meiner Gemahlin nicht vergessend, vorsichtig mit. Mit der unterschwelligen Drohung im Ohr, mühte ich mich nun redlich ab, Holunderblätter mit einem neuen Muster zu versehen. Das Löchern der Blätter ist mir auch recht gut gelungen. Dann kamen die Beziehungen der Teunisse zu den Winden zutage und damit mein Verhängnis. Ich hatte gerade wieder ein sehr hübsches Blatt vom Baum geschossen und das Gewehr schon wieder auf dem dafür vorgesehenen Tisch abgelegt, da zog ein Windstoß durch die Auen von Norf. In meinem Rücken erklang ein Aufschrei. Irgendwelche Leute zerrten mich auf ihre Schultern und trugen mich umher. Auf meine erstaunte Frage, was das denn solle, wurde mir kundgetan: "Der Wind hat den Vogel von der Stange geschmissen und Du bist der neue ZUGKÖNIG!". Meine Gemahlin erblasste und hielt Ausschau nach erreichbaren Mauselöchern. Nachdem der Bayer - Ali mit Namen - wiederum eine mir unverständliche Rede gehalten hatte, wurde meiner Gemahlin dann zur Bestechung ein größerer Blumenstrauß überreicht. Da stand ich nun, ich armer Tropf, und war Zugkönig und hatte doch von nichts eine Ahnung und war noch nicht einmal Mitglied dieses verrückten Schützenzuges. Als nächster Schock wurde Umlagen-Theo (Kassierer, später auch RAFFael genannt) aktiv mit der Bemerkung: "Nun mußt du aber auch Beitrag bezahlen." Ich hatte immer gedacht, Komparsen bei so grossen Veranstaltungen würden Gage erhalten. Aber der damalige Beitrag war eine erschwingliche Summe und konnte aus unserem Familienbudget so gerade noch aufgebracht werden. Klaus Karl nahm mich also unter seine Fittiche und mühte sich, mir die Feinheiten und notwendigen Verhaltensmaß- regeln für das Schützenfest begreiflich zu machen. Schützenfest-Samstag erreichte dann mein Lampenfieber seinen Höhepunkt mit dem Fackelzug. Die sonntägliche Parade habe ich dann auch schon besser überstanden. Dann kam der Grenadierball und der Horror ging weiter. Da wollten doch diverse Damen mit mir tanzen. Einige haben sich bis heute noch nicht daran gewöhnt, daß ich nicht gerne tanze. Mit Wackelzug und Radiesen-Essen endete dann mein erstes Schützenfest.   Für mich ergab sich daraus das Resümee, daß es irgendwie doch Spaß gemacht hat und der Wunsch, es im nächsten Jahr noch einmal zu versuchen. Bei diesem Entschluß ist es dann auch Jahr für Jahr geblieben. Seit 1979 bin ich nun dabei und werde wohl auch weiterhin zu Neusser Schützenfest zum x-ten Male über den Markt irren und im nachhinein - wie immer - sagen: "Es hat mal wieder Spaß gemacht!!". Somit hat sich die Hinterlist von Klaus Karl doch als gar nicht schlecht herausgestellt.                                       
große Bild-Ansicht mit Maus-Klick
Home Über uns Hobby Urlaub Marine Landungsboote Was uns gefällt Kontakt Impressum